Zufall?

Am Samstag gab es in Totana ein Rattenrennen. Ratten nennt man die Oldtimer, an deren Karosserie wenig gemacht wurde, die aber im Innenleben einen hochwertigen, starken Motor haben. 

In meinen neusten Roman, an dem ich gerade schreibe, baut Jens, die Hauptfigur, zusammen mit einem Freund an einer VW-Ratte, die sie dann sehr gewinnbringend verkaufen werden. 

In Totana hatten die wenigsten Oldtimer einen potenten Motor. Sie schlichen nur lautstark durch die Straßen. In meinem Roman werden die Beiden einen Porschemotor einsetzen. Das ist der Traum aller Rattenfans! 

Wer an ein spanischen Tierheim spenden möchte, hier eine Emailadresse für paypal. Das Heim liegt etwas außerhalb von Valencia, abseits vom Überschwemmungsgebiet und ist dankbar für jede Unterstützung.

Sie haben an PROTECTORA MODEPRAN gespendet

info@protectoramodepran.com

solidaridad

Diese gigantische Welle der Hilfsbereitschaft, die die Unwetter und die Überschwemmungen von Valencia und Malaga ausgelöst haben, ist einfach unbeschreiblich. Überall gibt es über die Caritas Sammelstellen und täglich karren riesige Lastwagen die Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete. Am Samstag und Sonntag waren ganze Heerscharen von Helfern unterwegs, um den Schlamm und die Trümmer von den Straßen zu räumen. Viele Strecken sind schon wieder befahrbar!
Ich staune und bin zu Tränen gerührt.
Gerade war Willi aus Köln, der seit 10 Jahren in Totana lebt, hier und hat meinen Beitrag (Hundefutter, Windeln, Feuchttücher, Linsen und Kichererbsen) abgeholt, damit auch das noch auf die Paletten geladen werden kann. Morgen früh um 7h verlässt der Laster die Stadt, um die Hilfsgüter nach Valencia zu bringen. Willi wird mir auch eine Verbindung zu einem betroffenen Tierheim herstellen, so dass ich etwas Geld spenden kann. Ich werde die Daten hier veröffentlichen.

Dana und kein Ende?

Momentan wird meine Wahrnehmung etwas durch das Unwetter über Valencia und seine Folgen getrübt. Als ich am Freitag Morgen die Folgen der Regennacht in Tarragona sah, war mein Wunsch, dieses Unwetter weit zu umfahren riesengroß. Laut Wetterkarte waren für die nächsten 8 Tage starke Regenfälle angesagt und so schaute ich, wo schneller wieder die Sonne scheinen würde. Dichtester Ort war Totana, 500km entfernt! Nun gut, so machten wir uns auf den Gewaltritt, passierten Castellon, wo die Sonne schien, ebenso Valencia, und beide Male fragte ich mich, wieso noch weiterfahren? Aber ich hatte Angel zugesagt und wollte ihn nicht enttäuschen. Außerdem war ich mit einer WoMofahrerin dort verabredet. Also weiter! Endlich angekommen, war ich enttäuscht, denn von der Sonne keine Spur.


Wie die Unwetter vielleicht aussehen, haben wir dann in den ersten Nächten erlebt. Gigantische Blitze zuckten fast ohne Unterbrechung über den Himmel. Dazu ließen die Vibrationen der Donner Gipsy, meinen Van, erzittern. Hin und wieder klatschten kurze Regengüsse auf das Dach. Fridel saß zitternd in ihrem Körbchen und ich dachte an den Sonnenschein an der Küste.
Erst langsam sickerten dann die Informationen über das Ausmaß der Zerstörung zu mir durch und ich danke meinem Schutzengel, dass er mich hierher getrieben hat. Seit Mittwoch herrscht hier wieder sonniges, warmes Wetter!


Laut spanischer Vorhersage ist noch kein Ende dieser Danas (so heißen hier diese Unwetter) in Sicht. Nächste Gefahrenpunkte sind großräumig um Tarragona und an der Grenze zu Portugal. Das betroffene Küstengebiet muss weiträumig umfahren werden, denn die A7, auf der ich herfuhr, ist streckenweise total unterspült und eingebrochen.

Was heißt Hackenporsche auf Spanisch???

Der Stellplatz von Totana liegt 3,5km vom Stadtzentrum, Markt am Mittwoch, und 3km von der nächsten Einkaufsmöglichkeit. Hin gar kein Problem … aber zurück? Mit voller Tasche? Hier nutzen fast alle Frauen einen Hackenporsche, also heute auf zum Chinesen. Außerdem braucht Fridel eine neue Leine.
Hin gar kein Problem, Fridel wartet draußen, Leine für sie gefunden, noch bei den Bikinis gestöbert aber dann … Was heißt Hackenporsche auf Spanisch?
Natürlich nicht zu finden. Also Pantomime: Fröhlich mit dem Einkaufswagen Richtung nach Hause, dann keuchen und stöhnen unter der Last der Tüten und Taschen … und wurde sofort verstanden. Das Paradies: Ca 5m dicht aufgereiht die Teile, in bunt, in schön, mit großen Rädern. Und meins: rot, mit weißen Punkten und Weißwandreifen! Total 50er Jahre!!!! Und was kostet das Luxusteil?
Überraschung an der Kasse: 11,65€, dazu die rote Leine für Frida für 3,50€ und ein passendes Halsband für 1,50€.
2 glückliche Mädchen machen auf dem Heimweg noch Stopp in der Lola-Bar und ich nasche herrliche Tapas! Der Kellner konnte sich noch an mich erinnern …

 … und auch der Esel. Er schnupperte sofort an meinen Fingern nach der Möhre!

Heute Land unter …

Es hat die ganze Nacht gewittert und teilweise gegossen. Um diesen Platz zu verlassen, müssen die WoMos ein Stück Sandpiste mit tiefen Löchern befahren. Ich vermute, dass der Regen dies Stück in tiefen Schlamm verwandelt hat. Sobald es hell ist, mache ich mit Fridel die Runde und schaue …

Gestern seit langen mal wieder im Mittelmeer gebadet. Es war herrlich mild und sanft. Dabei hatte ich meine Abneigung, durch die vielen ertrunkenen Flüchtlinge erschien es mir wie ein riesiges Grab, völlig vergessen. Fridels Sehkraft ist gleich Null, denn sie konnte den Schwimmer, wenn er nur ca. 40cm neben ihr landete, nicht orten. So musste ich rein und ihn holen.
Aber Fridel ist glücklich mit dem Baden!

Ein bisschen fremdeln …


Jetzt war ich einen Winter nicht unterwegs und bin erschrocken, wie viele spanische Wohnmobile unterwegs sind. Dies ist jetzt schon der 2. Stellplatz, der eigentlich voll war, als sich dieser Mobilist noch in den Zwischenraum für Stühle und Tisch quetschte! Das passt für mich so gar nicht zu Freiheit und Frieden der Hippies! Bin gespannt, ob der so echt den ganzen Tag stehen bleiben will.


Auf dem Markt habe ich mir 2 BHs gekauft und da es die letzten in ihrer Auswahl waren, bekam ich sie je einen Euro preiswerter! Ohne Handeln, einfach so.
In der Bar musste ich dagegen für einen Cortado und einen Toast 4,80€ bezahlen. Als ich die Minitomate monierte, weil sie faulig war, verzog der Wirt verächtlich seinen Mund. Echt merkwürdig … Aber wie immer im Leben, Spanien ist eben so, wie ich es betrachte. Ich will das Positive sehen: Auf dem Stellplatz begrüßte mich derselbe Schmuckhersteller, bei dem ich vor 2 Jahren Ohrringe gekauft habe! Dann die Marktfrau, das schöne Wetter … und der Reinquetscher parkte am nächsten Morgen um.

Bienvenido a Espana

Seit gestern Vormittag bin ich wieder in Spanien!!! Es hat mich dieses Mal mit Nieselregen und Kuhgeläut empfangen. Ich hatte wohl ein Händchen für kleine, enge, schlängelnde Straßen über die Pyrenäen. Und so ging es wieder bergauf … bergab bis Frida streikte und vom Sitz springen wollte. Also Pause und das Geläut. 

Nach weiterem hoch, über 1800m, und wieder runter, in engen Kurven endlich in Ripoll angekommen und … hier war ich schon! Gegenüber vom Stellplatz Mercadona und so habe ich in den Abteilungen für Obst, Gemüse und Kosmetik geschwelgt. Wie wunderbar! So sauber, frisch und schmackhaft. Wieso schaffen wir das nicht in Deutschland? Keine Schlange an der Kasse: Als ich mich als 2. anstellen wollte, winkte mich sofort ein Angestellter herüber und öffnete eine neue Kasse. So viel Kundenfreundlichkeit!   

Der Magdalenen Weg

Vorgestern also mein erstes Ziel bei dieser Überwinterung. Ich musste ca. 30km über kleine Straßen und Sträßchen ins Landesinnere, angegebene Fahrzeit 1Std. und 20min. Hab´ ich locker überboten. Kurviges bergauf, bergab, mit und ohne Gegenverkehr, mit und ohne Mittellinie, mit und ohne Leitplanken und durch verwinkelte Dörfchen, an Bächen entlang, über tiefe Schluchten. Das Wetter dazu: Endlich ein Stückchen blauer Himmel und gigantische Fernsicht! Es war eine anstrengende, aber lohnenswerte Fahrt. 

Dann in Rennes-de-Chateau also die erste Begegnung mit Maria Magdalena … und ich war tief enttäuscht. Wieder so eine sanfte, milde Heilige, wie die katholische Kirche und die bevorzugten, männlichen Künstler uns Frauen sehen wollen. 

Dabei, wer war Maria Magdalena? Als Hure in der damaligen Gesellschaft bestimmt verachtet hat sie ihr ganzes Leben hingeschmissen, um Jesus und seinen Lehren zu folgen. Sie hat ihn geliebt, hat seinen Tod begleitet und schließlich ist sie quer über´s Mittelmeer nach Frankreich gesegelt, um die Lehre zu verbreiten. In einem der damaligen Schiffe, zu damaligen Reisebedingungen, als Frau, vielleicht sogar allein!!!! 

Das kann sie nicht als zarte, liebliche Heilige erledigt haben! Ihr Gesicht muss das Leid und die Entbehrungen widerspiegeln! Man muss das Leben in ihr sehen können. So eine glatte Fassade berührt mich da nicht! 

Hab den Weg nicht weiter verfolgt, bin ähnliche Straßen wieder zurück auf die N116, hab am Naturpark übernachtet und dann einen Tag Pause auf einem nahen Wanderparkplatz gemacht.  

 

Kurz vor Spanien

Gestern bin ich durch so viel imposante Gegend gefahren, dass ich mich gefragt habe, warum eigentlich Spanien. Spontan fiel mir ein: Echt viel zu teuer. Die täglichen Ausgaben sind hier sogar höher als in Deutschland: Diesel für 1,60€ ist wirklich ein Schnäppchen, ein paar notwendige Kleinigkeiten bei Aldi teurer als bei uns und auch Gas kostet mehr. Dagegen war Spanien bisher immer bedeutend preiswerter! Ich frage mich, wie die Franzosen das wuppen, denn immer noch sehe ich mittags Menschen in den Restaurants und das menue de jour hab ich hier nirgends unter 15€ gesehen. Aber vielleicht denke ich da auch zu eng und sollte mal eine Überwinterung in Frankreich in Betracht ziehen, denn die vielen Stellplätze an schönen Orten sind wirklich klasse! 

Weiter gen Süden

Heute war es diesig, feucht und nebelig. Teilweise konnte ich nur wenige Meter neben dem Straßenrand erschauen. Dabei fuhren wir durch die südliche Auvergne und das nördliche Okzitanien, Anbaugebiete des Languedoc, Obst und Gemüse. Da ich vor ca 4 Jahren das letzte Mal in dieser Gegend war, schaute ich nach Veränderungen. Und tatsächlich, es gibt sehr viel mehr Mcdoof-Zweigstellen, die schöne Französin hat sehr viel häufiger unschöne Ausbuchtungen (beides sehe ich in einem klaren Zusammenhang) und die vielen weißen Stühle mit den Warnwesten sind verschwunden. Hier saßen damals Schönheiten aus allen 3 Geschlechtern. Wo sind sie hin? Verboten? Zu kalt? Für letzteres sprechen die vielen weißen Vans und Minicamper auf den Parkplätzen und Einfahrten. Haben aber keine Warnwesten, also eine Fehlinterpretation? 

Nach vielem Gegurke und schleichen durch extreme Engpässe auf einem Stellplatz nahe Montpellier gelandet. Wundervolle alte Häuser mit vom Wetter gezeichneten Fensterläden. Genau mein Geschmack! 

Und Fridel? Hat mir heute 2x die rote Karte gezeigt. Bin so viel Rebell gar nicht von ihr gewohnt. Wird sie jetzt eine schrullige Alte?