Mahnmale

7.8.22
An meinem Auto gibt es seit gestern 2 Mahnmale. Das erste heißt „Blinder Aktionismus“ und habe ich mir im ersten jähr geholt. Damals hatte ich mich verfahren und in meiner Panik wollte ich wenden, um die richtige Abfahrt zu nehmen. Ich setzte kurz zurück und zerdepperte mir an einem Lichtmast meinen Fahrradträger plus Fahrrad und der einen Hintertür. Heute weiß ich: Mein Auto hat eine Rückfahrkamera, in Spanien gibt es andauernd Kreisel, an denen ich zurückfahren kann und meist führt auch die nächste oder übernächste Straße mich ans Ziel.
Gestern kam nun „Mangelnde Selbstfürsorge“ dazu. Gurkte stundenlang durch enge Serpentinen und die Portugiesen nehmen den Mittelstreifen nicht unbedingt als Begrenzung ihrer Fahrbahn wahr. Als mir eine Gruppe von Motorradfahrer entgegen kam, wich ich vor Schreck nach rechts aus. Nun ziert eine ziemliche Schramme meinen rechten, hinteren Kotflügel. Das war mir eine Lehre! Danach hielt ich meine Spur, bremste notfalls ab und ließ den Entgegenkommer ausweichen.

Zwischenbericht

Lang ist es her, dass ich hier mich mitgeteilt habe, fast 3 Monate. Inzwischen bin ich in Portugal gelandet, vor der spanischen Hitze geflohen. Hier ist vieles ganz anders, aber, was ich hier schildere, ist mein Eindruck.
Ich empfinde die Portugiesen von der Grundstimmung her viel mürrischer als die Spanier. Die Autofahrer sind ähnlich verrückt, rasend und egozentrisch wie die deutschen Fahrer. Es ist fast alles viel teurer als in Spanien, nur die Campingplätze sind preiswerter und es gibt sogar manchmal Rabat für ADAC-Mitglieder. Dafür strahlt so ziemlich alles einen maroden Charme aus, wie ich ihn damals bei meinen ersten Besuchen in der ehemaligen DDR empfand. Auch kochen die Spanier viel fantasie- und geschmackvoller.
Ich habe hier einige wundervoller Menschen kennengelernt. Sie leben im Landesinneren, auf kleinen Hofgemeinschaften und stammen aus der ganzen Welt. Ich bin dankbar für den Sommer hier, habe momentan aber keine Lust dazu, mal wieder zu kommen.
Jetzt bin ich in der Nähe von Porto und werde mich langsam nach Nordspanien ausschleichen. Bin gespannt auf die Abenteuer, die mich dort erwarten.

20.4.22. Eine Geschichte über Spanien


Neulich, auf dem Markt, am Gemüsestand. Eine Frau, sie hatte 1 Zitrone und 3 Tomaten gekauft, fragt zum wiederholten Male nach, was es kostet. Die Spanier warten respektvoll. Das tun sie immer, auch wenn jemand in der 2. Reihe parkt und kein Durchkommen ist, hier wird geduldig gewartet.
Der Händler wiederholt die Summe, fragt nach, ob die Frau spanisch spreche.
„Si, si!“
Ich nicht so doll, muss mir das Geschehen zusammenreimen. Wahrscheinlich will der Händler wissen, woher die Frau Spanisch spricht oder kommt. Sie antwortet Südamerika. Der Händler fragt etwas nach.
„No, Ucraina!“
Es reißt ein Loch in die Zeit, ins Geschehen, in das sich innere Bilder mischen: Flucht, Bomben, Horror, Schmerz, Angst …
Was war die Summe? Das kann ich doch übernehmen … Eine seltsame Scheu hindert mich.
Die Frau fragt den Preis in eigenen Worten nach, der Händler nickt.
Warum schenkt der Händler ihr nicht die paar Früchte?
Ich sehe diese kleine Frau an, das Tuch wie Grace Kelly um den Kopf geschlagen, der ältliche Mantel viel zu warm für den spanischen Frühling. Gerade steht sie da, aufrecht, klaubt die fremden Münzen zusammen, reicht sie dem Händler. Der nimmt sie, geht zur Kasse, sucht die wenigen Cent Wechselgeld und reicht sie der Frau.
Sie nimmt sie, fast hoheitsvoll, deutet auf die Petersilie, fragt nach einem Preis für ein kleines Bündel.
Der Händler fragt, ob er ihr ein Bündel schenken darf.
Die Frau stockt, schaut, ein kurzes würdevolles Nicken mit schrägem Kopf, nimmt die Petersilie und verlässt den Stand.
Das Loch in der Zeit schließt sich, wir bleiben zurück, betroffen, unsicher.
Erst viel später habe ich verstanden, das Schenken auch Würde nehmen kann.

Rückmeldungen

Hi ihr Lieben, jetzt habe ich so lange hier nichts mehr von mir mitgeteilt.
Ich war so beschäftigt! Das werdet ihr mir nicht glauben, aber zwischen meinen wöchentlichen Lesungen am Freitag und dem neuen Buch (losgelassen) verfliegen die Tage nur so. Inzwischen durfte ich mehrere Exemplare meines Buches abgefahren als pdf für 5€ verkaufen und hier sind die ersten Rückmeldungen:

Hanni: Hi Süße, habe dein Buch jetzt zu Ende gelesen, mochte gegen Ende gar nicht mehr aufhören und hoffe irgendwann auf eine Fortsetzung …. 😊. Das ist doch ein gutes Zeichen oder? Du hast deine Geschichte so schön erzählt, immer auch durchflochten von deinen Gedanken zum Erlebten , was dem Ganzen eine ungeheure emotionale Tiefe verleiht … eine wirkliche Bereicherung für mich ❣️Fühle dich einmal von Herzen umarmt .

Kurt: Liebe Sybille, du bist eine tolle, feinsinnige, liebenswerte Frau mit großer Stärke, für das Gute zu kämpfen! Ich bin heute leider bis zur letzten Seite durch und würde mir wünschen, im nächsten Buch und deinem Leben positiv und entspannend mitwirken zu dürfen.

X: Liebe Sybille, ich habe dein Buch mit großer Begeisterung gelesen und viel über dich erfahren. Du bist ein wertvoller, liebenswerter, feinfühliger Mensch. Ich fühle mich kleinlich und dilettantisch, wenn ich in diesem tollen Buchwerk auf banale Dinge wie fehlende „a und E“aufmerksam mache.

Y: Das Buch “abgefahren“ startet, nach kurzer Historie der Protagonisten mit einer wunderschönen Reise durch Spanien. Die Erlebnisse sind so authentisch beschrieben, dass man sich als Begleiter der Protagonistin fühlt und mitgenommen wird.

Kirstin: Ich liebe es, in Geschichten einzutauchen, was mir hier sofort gelingt. In „abgefahren“ fahre ich Ellas Stationen mit ihr zusammen ab und überlege, wo ich gerade stehe oder vielmehr fahre…. Ich wünsche mir Ellas Abenteuer als Hörbuch, um noch intensiver eintauchen zu können. Wunderbar!

Zora: Ich finde es spannend, lebensnah, und hab dich lieb.

Simone: Liebe Sybille, in deinem Buch finde ich viele Gedanken, Ängste und vor allem Zuversicht und Hoffnung und Mut, Dinge zu bewältigen, die einem unmöglich erscheinen. In meinem Herzen geht die Sonne auf, ich danke dir.

Der WoMovirus steckt an

Inzwischen bin ich bei meinem Lieblingsplatz angekommen und anders als im letzten Jahr, ist er voll belegt. Inzwischen trauen sich die WoMobilisten wieder, in die Überwinterung zu fahren. Und nach wie vor erlebe ich das Leben in Spanien rücksichts- und respektvoller und somit sicherer. Hier ist Abstand, Maske und Desinfektion selbstverständlich. Dafür bin ich sehr dankbar.
Ich hatte eine Krone verloren, ein Krönchen, und bin im 2. Anlauf zu einem deutschen, ausgewanderten Zahnarzt gefahren. Hier fand ich es sauberer und für mich ansprechender als bei seinem spanischen Kollegen.
Meine regelmäßigen Lesungen aus -abgefahren- erfreuen sich einer stetigen Beliebtheit, wofür ich sehr dankbar bin. Auch durfte ich schon 10 Bücher verkaufen und erhalte dafür so liebevolle und beflügelnde Rückmeldungen, dass ich inzwischen die Gliederung des nächsten -losgelassen- fertig habe. Es wird von Sophia handeln, die im weiteren wahrscheinlich auf Ella trifft. Ich freue mich schon sehr auf das Schreiben.
Auch hat sich mein WoMoVirus weiter verbreitet: Es fahren jetzt 5 weitere Frauen! Insgesamt: Ich bin immer noch glücklich und zufrieden mit meiner Entscheidung, mein Leben so radikal zu ändern!

Es ist fertig!

Seit 4 Wochen bin ich wieder unterwegs und es kommt mir so viel länger vor! Es hat sich viel getan!
So bin ich viel souveräner und sicherer geworden: Ich kann mein Autochen gut handeln und verstehe sogar mein Navi besser, finde schöne und geruhsame Stellplätze und nutze die Stehzeit, um mein Buch auch optisch zu vollenden. Tarraaa!!! Es ist fertig und kann ab sofort bei mir für 5€ bestellt werden.
Ich verschicke es als pdf, die du, wenn dein Kindle über deine email verbunden ist, auch auf dem Kindle öffnen kannst. Momentan scheue ich mich noch, in die Vorkosten für einen Buchdruck zu gehen … aber vielleicht …
Außerdem werde ich kapitelweise aus dem Buch vorlesen, immer freitags von 19h bis 20h auf meiner fb-Seite: Frauontour-Sybille Schmidt Grundmann
Ich bin schon ziemlich aufgeregt! Also 1. Termin: 29.10. 19h, ich freu mich auf dich!!!!

Zugvögel

Die Stare sammeln sich, erste Herbststürme fegen über das Land und in mir kribbelt die Fahrlust. Ich mache mich auf, besuche Freunde und 3 Veranstaltungen …
Zuerst ein Loslassritual aus den Anden. Zauberhaft verweben sich meine Wünsche und Erkenntnisse mit den Gaben für die Geister und Mamapatcha, Mutter Erde. Mit viel Zeit und gelassen im Hiersein gibt das Ritual mir Kraft und Raum meine Hindernisse aus der Kindheit und Jugend mit den Wünschen der Gegenwart zu verbinden. Dazu werden die Geister mit Süßigkeiten verwöhnt und auch für uns ist Naschen erlaubt. Eine kindliche Freude am Wünschen, am Erkennen und am Loslassen breitet sich aus. Es herrscht eine heilige Stille, die, nachdem das Despacho dem Feuer übergeben wurde, in kindliche Neugierde ausbricht. Sechs Frauen, viel Ehrlichkeit und große Offenheit, eine Wunder volle Einleitung in meine 4. Tour in den Süden.
Falls du auch Interesse an diesem Ritual hast:
http://www.solveigschmidt.jetzt/post/die-transformierende-kraft-eines-despachos
Morgen gehts weiter Richtung Rothenburg.

Ist das noch Fürsorge oder schon Bevormundung?

Seit einigen Tagen in der alten Heimat, Ostseeseite. Zuerst bei einer Freundin, das war wieder wunderschön. Dann ein bisschen die Küste befahren: Irre viele Menschen, ein unheimliches Gewusel, kaum Abstand, viel Unfreundlichkeit bei den Besuchern.


Ich konnte in kein Restaurant, da mir die 2. Impfung oder ein beglaubigter Test fehlten, auf keinen offiziellen Stellplatz aus eben diesen Gründen und fühlte mich unwohl. Wie aussätzig, ansteckend, unerwünscht. Bin schließlich an meinen geliebten Wald gefahren, lange gelaufen und endlich auch eingeschlafen.


Morgens vom Ordnungsamt geweckt: Frei stehen nicht erwünscht.
Plötzlich vermisste ich die Nordseeseite, wo Toleranz herrscht, größerer Abstand und überwiegend Freundlichkeit.


Wenn eine eine Reise tut …, manchmal sogar im eigenen Bundesland!

Ab in den Norden

Weiter geht die Fahrt gen Norden, angereichert mit vielen lieben Besuchen. Bin jetzt in D gelandet
– Der Sohn von B. zu mir: Du siehst aus wie eine junge Frau aus dem letzten Jhdt. Stimmt, die 60er waren im letzten Jhdt :))
– Ich stehe an einem einsamen Stellplatz. Sehr schön am Baggersee, dessen Ufer vollgekackt ist von den Wasservögeln. Trotzdem baden die Städter darin Sehen sie das nicht? Haben sie nichts besseres?
– War zu Besuch in B-B, wollte doch mal sehen, wo Andrea und Veit leben. Ich habe viele freundliche, höfliche KellnerInnen getroffen, bin mehrfach von Touristen angesprochen worden. Sie hielten mich für eine Einheimische. Aber die Preise? Verglichen mit Spanien der totale Wahnsinn!
5x nachfragen vom Kellner … ist das wirklich Fürsorge oder eigentlich drängeln?
– Bisher keinen Stellplatz mit Ver- und Entsorgung unter 10€ gefunden. Warum meckern dann so viele bei Beata über den Preis????
– Kaum in D angekommen, habe ich schon 3 schwere Unfälle und diverse tote Tiere auf der Straße gesehen.
Stellenweise einfach kein Internetempfang

Seit 3 Wochen im „Heimat“Hafen angekommen. Es regnet ausdauernd und ewig wieder, gefühlt seit ich angekommen bin!

Auf dem Weg

Weiter geht die Fahrt gen Norden, angereichert mit vielen lieben Besuchen. Bin jetzt in D gelandet.

  • Der Sohn von B. zu mir: Du siehst aus wie eine junge Frau aus dem letzten Jhdt. Stimmt, die 60er waren im letzten Jhdt :))
  • Ich stehe an einem einsamen Stellplatz. Sehr schön am Baggersee, dessen Ufer vollgekackt ist von den Wasservögeln. Trotzdem baden die Städter darin Sehen sie das nicht? Haben sie nichts besseres?
  • Ich war zu Besuch in B-B, wollte doch mal sehen, wo Andrea und Veit leben. Ich habe viele freundliche, höfliche KellnerInnen getroffen, bin mehrfach von Touristen angesprochen worden. Sie hielten mich für eine Einheimische. Aber die Preise? Verglichen mit Spanien der totale Wahnsinn!
  • 5x nachfragen vom Kellner … ist das wirklich Fürsorge oder eigentlich drängeln?
    Bisher keinen Stellplatz mit Ver- und Entsorgung unter 10€ gefunden. Warum meckern dann so viele bei Beata über den Preis????
  • Kaum in D angekommen, habe ich schon 2 schwere Unfälle und diverse tote Tiere auf der Straße gesehen.
    Stellenweise einfach kein Internetempfang.