On the road …

Die Stare sind schon gen Süden gezogen, die Schwalben stürzen sich in waghalsige loopings, die Kraniche dümpeln noch an ihren Plätzen … und mich packt die Unruhe. Eigentlich wollte ich jetzt nach der Lesung in Pirna am Donnerstag in den Süden aufbrechen. Nun habe ich noch 2 weitere Lesungen, die ich dankbar annehme: Am 30.10. in der Akademie in Hamburg und am 5.11. im Wohnzimmer in München. Ich bin gespannt.
Diesen Sommer habe ich viel im Garten gewurschtelt. Er wird immer schöner und die Blüten üppiger. Ansonsten überarbeite ich abgefahren und schreibe an verwoben – Emilia. Da wird die Richtung immer klarer, ich taste mich in Babyschritten voran.
Jetzt stehe ich am Bierer Berg, habe gerade eine große Tüte voll Kastanien gesammelt und dann ruft erneut das Finanzamt. Ich habe es schon so bereut, meine Schreiberei als Kleingewerbe angeben zu haben! Wenn ich wieder zu Hause bin und das Geforderte abgeliefert habe, werde ich anrufen und fragen, ab wieviel Umsatz (oder Gewinn?) ich denn Steuern zu zahlen habe. Und dann kann ich hoffentlich die Anmeldung vertagen, bis die Schreiberei im plus landet!
Falls mich jemand da tatkräftig unterstützen kann, ich wäre total dankbar!

Bin wieder zurück

von meiner Lese-, Freunde-, Seminar-Tour und zum ersten Mal wurde mir gestern mein Alter bewusst. Ich fühlte mich erschöpft und ausgelaugt. Aber vielleicht lag es auch nur an der Wärme. 

Die Lesung war ein voller Erfolg! Ich habe vor ca. 50 mir völlig unbekannten Menschen gelesen. In der Stadt Meißen gab es Lesungen und Büchertische an vielen Orten. Das Festival begann Freitag Abend und endete Sonntag am Nachmittag. Es herrschte eine feine, konzentrierte, fröhliche Stimmung. Viele Gäste bewegten sich durch die Stadt. Es war eine tolle Erfahrung und ich freue mich schon auf das nächste Jahr!

Mit Michaela war es innig und mädchenhaft schön. Wir waren shoppen, im Café und Eis essen.

Und das Seminar bei der heart&soul Akademie war trotz der Hitze sehr bereichernd und inspirierend. Ich liebe Frauenpower. 

Auf zur Lesung

Ich bin auf dem Weg nach Meißen zum Literaturfestival und übernachte am Bieler Berg. Hier stand ich schon unzählige Male mit Frida und genoss den Weg unter den Kastanien. Nun zum ersten Mal allein und der Schmerz wallt ungehindert auf.
Ich nutze ihn für eine Szene in verwoben, denn nachdem Emilia den alten Glaubenssatz ‚ich bin schuld‘ losgelassen hat, überfällt sie zum ersten Mal die tiefe Trauer über den Verlust des Bruders. So heilen wir beide, Emilia und ich, lassen den Schmerz zu, tauchen ein … und hindurch und erleben Heilung und Dankbarkeit für die Schönheit des Lebens.

Kurzes update

Ihr Lieben, ein kleines update von mir. Nachdem nun Garten und Häuschen wieder paletti sind, habe ich neulich Nacht doch tatsächlich wieder ein ganzen Kapitel in verwoben, Emilia geschrieben. Die Protagonistin ist ein ganzes Stück weiter auf ihrem Weg der Bewusstwerdung und muss sich nun den neuen Realitäten stellen.
Auch abgefahren ist von der Lektorin zurück und die Überarbeitung lehrt mich vieles in Grammatik und Spannungsaufbau. Der Aufwand und die Kosten zahlen sich aus! Da die Bearbeitung jedoch länger dauert und die Bücherschmiede den Text bis Ende August haben müsste, habe ich mich entschieden, das Buch erst zum nächsten Frühling erscheinen zu lassen. Das ist der Vorteil der Unabhängigkeit!
Tja, und dann geht die Vermarktung weiter. Am 14.6. lese ich in Meißen auf dem Literaturfestival. Ich bin echt auf diese neue Erfahrung gespannt. Und ich will wieder auf fb kleine Appetizer anbieten. Ich werde Ausschnitte aus meinen Büchern lesen und so für die Wohnzimmerlesungen werben. Bitte verlinkt mich gern mit euren Freunden!

Wieder daheim

Nach ca. 5000 km bin ich wieder in meinem Heim angekommen.

Dieser Winter war besonders: Es war der kälteste, nasseste und stürmische, den ich bisher in Spanien erlebt habe. Nur in der ersten und in den beiden letzten Wochen gab es T-Shirt-Wetter, ansonsten lange Hosen und Pulli und häufig sogar mit dicker Jacke.

Und der Verlust von Fridas Präsenz war und ist schmerzhaft. Die zwei Wochen im Februar, in denen ich anerkennen musste, dass sie gehen will und meine Hilfe braucht … das war die härteste Zeit in meinem gesamten Reiseleben. Ich war so unsicher, ob ich mich wirklich richtig entscheide … oder ob es nur Bequemlichkeit ist … doch dann traf mich ihr Blick, ertragend, duldend, verstehend und bittend. 

Hier zuhause wache ich nachts auf, weil ich sie höre. Ihre Seele ist mir so nahe … Das ohne schmerzhafte Sehnsucht zu ertragen, fällt mir noch schwer. Der Garten, das Aufräumen und Säubern lenken mich ab, lassen alles erträglicher erscheinen. 

Abgefahren liegt bei der Lektorin, wenn ich den Zeitplan einhalte, kommt es im Herbst, passend zur Abfahrt in die Überwinterung, in neuem Gewand heraus. Feste Lesungen sind am 13.6. in Meißen, am 19.6. in Hamburg und am 24.9. in Pirna. Möchte noch jemand mich einladen? Ich komme gern!

Die letzte Lesung in Geisenheim war ein Genuss! „Sie hingen an meinen Lippen“, das konnte ich fast körperlich spüren und das gemeinsame Aufstöhnen, als ich mit dem Vorlesen endete, war eine kostbare Erfahrung! Danke!!!

Neuigkeiten aus Spanien

Diesen Winter habe ich echt wenig hier geschrieben. Frida hat mit ihrer Krankheit meine Kräfte absorbiert und ihr Tod war schwer zu verkraften. Doch langsam nehme ich wieder am Leben teil! Seit heute Morgen bin ich auf der Rückfahrt, meine nächste Lesung findet am 14.3. in Geisenheim statt. 

So war ich heute an meinem Lieblingsstellplatz, der jedoch total überfüllt war. Nun bin ich schon auf der Höhe von Valencia. Auch hier sind die Orangenbäume voller reifer Früchte! In Totana klagte ein Farmer, dass sich die Ernte mit Helfern und Transport nicht lohne, da die Gewinne zu mager ausfallen. Das gleiche gilt für Zitronen. Daher bin ich regelmäßig über die Plantagen gewandert und habe reife Früchte, die am Boden lagen, aufgesammelt. Sie sind so süß und saftig, wie ich sie in D noch nie gegessen habe. Und meine Zitronenlimonade schmeckt einfach köstlich! 

Roger und Piet fabrizierten literweise Limoncello und Maria kochte Orangenbitter-Marmelade.  

Manchmal halte ich es nicht aus …

Es gibt keinen Trost. Nur die große Leere: Sie ist nicht mehr da.
Nachts wache ich auf, weil ich sie gehört habe … und dann ist mein Herz so voller Liebe, bis die Erinnerungen kommen. Ihr hilfloser Blick, ihre Verwirrtheit nach jedem Anfall, ihr plötzlich vorhandenes Wolfsgeheul … Ich vermisse sie so sehr, dass ich es nicht aushalten kann, in Aktionismus flüchte oder in ein Buch.


Und manchmal plagen mich Schuldgefühle. Hätte ich es länger versuchen sollen? Nicht so schnell aufgeben? Doch dann sehe ich ihre mühsamen 5 Schritte, ihr pieschen vor dem Bus … es wäre nur eine Verlängerung der Qual gewesen.
Das ist der Vertrag, den man mit einem Hund eingeht: Ihn rechtzeitig erlösen, wenn das Leben keine Qualität mehr hat. Ich habe diesen Vertrag eingehalten und muss mit den Folgen leben.

Und das halte ich manchmal nicht aus …

Freunde

Ich bin so dankbar, dass ich hier aufgefangen werde. Katty, Maria, Roger und Piet sind da, essen, trinken und spielen mit mir und ich finde Halt und ins Leben zurück, mit Frida an meiner Seite. Sie ist immer noch da, bei mir, neben mir, nachts wache ich auf, weil ich sie höre.


Neulich hat Roger Paella gemacht. Hier das Rezept:
Jakobsmuscheln anbraten und zur Seite legen.
Shrimps mit Knofel und Chilli anbraten und zur Seite legen.
In Olivenöl und Chilli marinierte Hähnchenstücke anbraten, gewaschene und abgetrocknete Tintenfischstücke dazu, Paellagewürz, am Rand der Paellapfanne verteilen
Samba Oleg mit Tomatenmark in der Mitte anrühren, Paellareis dazu, Olivenöl, Thymian, Piripiri, Zwiebeln, am Rand der Pfanne verteilen
Tomatenstücke, rote Paprika, Erbsen, Oliven kurz in der Mitte anbraten, dann alles vom Rand unterrühren, die Shrimps und kleine Muscheln dazu, gehackter Knofel und Brühe, reduzieren lassen mit Deckel
Evt. Brühe nachgießen
Jakobsmuscheln mit Kräuterbutter verteilen, Deckel
Guten Appetit!

Ich zerbreche

Am Montag war war so weit. Der schwerste Gang in einer Mensch-Hunde-Beziehung stand mir bevor. Meine geliebte Frida konnte kaum noch gehen, verlor ihre Piesche und hatte immer wieder ganz schreckliche Krämpfe, Anfälle.
Wir gingen in die Praxis, sie lag auf dem Tisch, die Ärztin gab Zeit. Doch Zeit ist auch grausam. Sie verlängern das Leid, von beiden.
Ich nahm sie in den Arm, nickte der Ärztin zu und vergaß das Umfeld. Ich erzählte ihr von unseren Abenteuern, lachte mit ihr über manche Szenen, küsste ihren Hals, sie schlief ein. Ich redete weiter, die Tränen liefen, erzählte von Fahrten, erinnerte an das Meer, beschrieb unsere Spiele, streichelte ihren Bauch … und dann wurde sie schwer und ich wusste, es ist vorbei.
Das war der schwerste Gang meines Lebens. Nein, ich liebe Hunde, aber das kann ich nicht mehr. Fridel war die Letzte, die Beste, meine geliebte Partnerin.

Inzwischen bin ich …

In Totana angekommen und auch die Freunde vom letzten Jahr trudeln langsam ein. Es ist wie nach Hause kommen! Und gestern fand die erste Prozession statt: Eulalia zog für die Feiertage runter in die Stadt, begleitet von tausenden lachenden, tanzenden, singenden, musizierenden Menschen.
Unterwegs gab es Haltestellen für die Träger und TeilnehmerInnen, wo sie kostenlos Pizza oder Naschereien konsumieren. Zur Unterstützung gab es Schnaps, gemischt aus Limonensaft, Honig und dem süßen Annis.
Ich liebe diesen fröhlichen, lebensbejahenden Glauben!