Intuition

Ich jage Intuition, denn sie unterstützt meinen flow. Aber wie erkenne ich sie? Wie unterscheide ich sie von Plänen, die falsch oder richtig sein können?

Ein Beispiel: Jetzt auf der Rückfahrt hatte ich eigentlich vor, in Rothenburg Halt zu machen. Schöner Stellplatz, gute Ent- und Versorgung, stadtnahe. Kurz vor Rothenburg war ich gestern Nachmittag noch so fit, dass ich mich spontan entschloss, doch noch die 70km bis Hammelburg weiter zu fahren. Doch auf diesem letzten, kurzen Stück gab`s n Stau, ich musste runter von der Autobahn, auf dem Weg nur eine teure Tankstelle und ich kam so übermüdet auf meinem Stellplatz an, dass ich für die Ent- und Versorgung keinen Bock mehr hatte. Jetzt bin ich ausgeschlafen und will eigentlich weiter, müsste aber noch alles erledigen, was um 3h in der früh für die anderen echt nervig ist.

Die gute Intuition steckt hier schon in der Planung: Wacher und noch fitter am Stellplatz lässt mich alle notwendigen Verrichtungen noch ausführen und so könnte ich eher aufbrechen, Rothenburg wäre also die sehr viel bessere Wahl gewesen. Wie erkenne ich das im Vorfeld? Wo sind die Hinweise, die mich Intuition – Plan und einfach nur spontane Idee unterscheiden lassen?

Wann ist eine spontane Idee eine Intuition und wann ist sie einfach nur eine spontane Idee? Wann ist ein Plan besser? Auf alle Fälle hätte ich mich am Plan Rothenburg orientiert, wenn ich das jetzige HintergrundsWissen (Ent-/Versorgung, 5 Std. Schlaf reichen, Rücksicht auf andere Camper, LKW-Fahrer machen jetzt ggf. Pause …) bedacht hätte.

Foto 21.10.18, 18 17 40

Auf alle Fälle ist Hammelburg aber schön und der Stellplatz liegt idyllisch direkt an der Saale und hat einen schönen Spazierweg für Fridel. Letzteres hat Rothenburg nicht.

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Jungfernfahrt

Endlich kann es losgehen. Schon das Einpacken ist ein Genuss: Nie wieder werde ich auf der Fahrt etwas vermissen, denn alles ist an Bord. Los geht’s an den Geburtsort dieser Vision: Nach Kißlegg.

Auf dem Weg ein schier endlos wiederkehrender Stau – 30 – 60 – stehen – ein paar Kilometer freie Fahrt, dann wieder 30 – 60 – stehen. Ich bin so was von genervt und habe eigentlich kaum Strecke geschafft. Da leuchtet eine bekannte Ausfahrt auf: Hier wohnt doch Steph! Raus, anrufen, sie ist daheim, auf ein Käffchen. Daraus wurde ein gemütlicher Abend mit Spiegelei (seit gefühlten 100 Jahren nicht mehr gegessen), Salat (beigesteuert von mir), viel quatschen, auf der Terrasse sitzen und den letzten Sommerabend genießen. Und dann gehe ich heim in mein gemütliches Bettchen.

Erste Nacht im neuen Zuhause: Ein wilder Traum von einem Kind, dessen Rucksack ich nun nicht mehr trage, einer Abschiedsparty und mit einem Bick aufs andere Ufer, wo eine strahlende Sonne scheint … deutlicher kann mir mein Unterbewusstsein doch nicht sagen, dass ich auf dem richtigen Weg bin!!!! Nach einem gemütlichen Frühstück, herzlicher Umarmung und guten Wünschen fahre ich weiter zum geplanten Treffen mit Steffi nach Meißen.

Auch hier ein kostenloser Stellplatz, direkt an der Elbe mit freiem Blick auf das andere Ufer. Abends ist dort Disco mit Oldies aus den 60er und 70er … meine wilde Hippiezeit! Die Zeit, in der ich das erste Mal von diesem freien Leben träumte, in der ich mich Weltbürgerin nannte und alle Freunde in der Nachbarschaft wohnten.

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Dieser Frühstücksblick ist fast so schön wie meine erste tiefe Vision von diesem Leben.

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Eher geht ein Kamel …

durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt. Vielleicht erlebe ich das gerade jetzt. Ich habe immer noch viel zu viel: Zu viel Kleidung und zu viele Bücher, und jetzt schmerzt Trennung richtig.

Wie kann ich mich auf den jeweiligen Moment wirklich ganz einlassen, wenn ich noch so viel Ballast habe, so viel Ungelesenes, Ungeschautes und so viele geliebte Kleidungsstücke? Aber wie kann ich darauf verzichten, wenn ich die Weisheiten darin noch nicht kenne, mich in der Kleidung so wohl fühle?

Hier prallen meine beiden Bedürfnisse Stimulanz und Sicherheit voll aufeinander! Und beide sind gleichwertig. Wie schaut ein dritter Weg aus, einer der beide vereint? Wie kann ich mit meiner Sicherheit der geliebten Kleidung und der Weisheit verheißenden Bücher mit trotzdem frei und unbeschwert ins Abenteuer stürzen, meine Weisheiten finden und erkennen? Echt keine Ahnung! Dieser Weg, den ich eingeschlagen habe, aus einem vollen Haus in leichte 11qm fordert mich wirklich wirklich heraus, immer wieder!!!!

 

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Der große Tag ist da

Gestern war ich bei der KFZstelle, hab den Bus angemeldet und mein Wunschkennzeichen (kann man sich online vorbestellen) bekommen und heute hole ich ihn nun endlich ab. Eine lange Manifestationssequenz steht vor ihrer Erfüllung: Vor über einem Jahr habe ich den deutlichen Wunsch verspürt, mich auf den Weg gemacht und nun ist er da, der Tag der Erfüllung, der Aufbruch in ein völlig neues Leben.

Zeit für einen Rückblick: Was habe ich gelernt? Unendlich viel!

Mir ist sehr deutlich klar geworden, was es heißt, der Weg ist das Ziel. Es gab Momente, da war ich so erfüllt von Glück und Dankbarkeit, dass ich dachte, wenn ich jetzt sterbe, war alles gut so.

Ich habe so viel über mich gelernt, zB wie viel Kraft und Ausdauer ich habe, wenn ich etwas wirklich will. Vorher hielt ich mich für eine Sprinterin: Schnell alles erreichen, und wenn`s nicht sofort klappt, gleich Themenwechsel. Nee, jetzt war es so, wenn etwas nicht so klappte, wie ich es wollte, ließ ich einfach los, ließ das Leben wirken und schaute gespannt zu. Und Wunder geschahen …

Mir kamen dabei neue Ideen, wie ich das scheinbar Unmögliche doch noch erreiche. Ich wurde richtig erfindungsreich und halte mich jetzt für pfiffig und flexibel. Und/oder Engel erschienen, Helfer, Ideengeber …

Auch habe ich erfahren, wie viel Spaß es macht, Altes loszulassen und Freiräume anzunehmen, einfach so annehmen ohne sie gleich wieder zu füllen. Und dabei zu beobachten, wie sich die Leere mit völlig Neuem füllt.

Außerdem weiß ich jetzt, wie tragbar Visionen sind: Immer, wenn mein Tatendrang gen Null tendierte und ich einfach keinen Bock mehr zum Ausmisten hatte, hab ich mich in meine jetzige Küche gesetzt und mir vorgestellt, ich sitze im WoMo am Atlantik und mache eine kleine Pause, schaue auf`s Meer und bin einfach nur. Da strömte dann wieder so viel Energie in mich hinein, dass ich fröhlich und kraftvoll weitermachen konnte.

Und das Beste: Ich habe gelernt, meine Gefühle anzunehmen, meine Angst zu spüren und zu bejahen. Und daran zu glauben, dass alles gut wird, dem Leben zu vertrauen.

Daraus sind dann die Wunder entstanden: Jemand kaufte mir etwas ab, von dem ich dachte, dass ich das nie loswerden würde. Als mein Vermieter absprang, fand ich Freunde, bei denen dann mein Briefkasten steht und eine wunderbare Containerfirma.

 

 

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JETZT geht’s LOS!!!!!!!

Mein Fliwatüt ist schon in Norddeutschland!!!! Jetzt heißt es bezahlen, dann bauen sie meine Sonderwünsche ein und dann kann ich ihn abholen! Dideldummdidelda!!!!! Oh wie ick mir freue!!!!!!

Wie `ne 5jährige auf Weihnachten. Ich könnte nur noch singen und tanzen.

Noch gestern dachte ich, ich bin so im Auge des Hurrikans, hab ganz viel abgearbeitet, nun ist nix zu tun und der letzte Schwung kommt, wenn ich weiß, wann das Auto kommt. Und nun kommt es!!!!!

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Die letzten Wochen

Noch weiß ich nicht den genauen Liefertermin des WoMos, aber die Aufregung steigt! Vorfreude, Kribbeln … ich kann es kaum erwarten.

Es liegt immer noch viel zu viel im Haus rum, aber ich weiß nun echt nicht mehr, nach welchen Gesichtspunkten ich was wohin packen sollte: Mitnehmen, aufbewahren, weggeben. Ich werde, wenn der Bus da ist, meine Lieblingsstücke zuerst einpacken und dann alles, was noch reinpasst, dazu. Und der Rest in einen Umzugskarton für später oder noch einmal zum Sozialkaufhaus (die rollen inzwischen schon einen roten Teppich für mich aus ;))

Genauso will ich mit den Küchenutensilien und auch den haltbaren Nahrungsmitteln verfahren (zuletzt werde ich die Sachen, die nicht mehr reinpassen, wegwerfen). Und dann schau ich, welchen Bedarf ich überhaupt unterwegs hab. Das Leben kann ich mir noch gar nicht vorstellen …

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Heute träume ich davon, wie ich an der Ostsee stehe oder am Atlantik mit Blick aufs Meer und auf den Sonnenaufgang, der gleich oder jetzt stattfindet, ansehe. Käffchen, Tagebuch, Stille, Meeresrauschen und die Scheibe erhebt sich langsam aus dem Wasser … Frieden. Welch ein Privileg! Große Dankbarkeit durchströmt mich! Ich muss gar nichts aber ich darf und kann so viel.

 

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Noch 8 Wochen …

Wie geht es dir, wenn der ersehnte, erwünschte Zeitpunkt näher rückt? Bei mir mehren sich die Zweifel! Das war bei meinem Hauskauf so und jetzt ist es wieder. Plötzlich frage ich mich, was mache ich bei Krankheit … und mit Frida? Passen wirklich alle wichtigen Dinge rein? Wird mir die Fahrerei nicht zu viel? Ich kann kein Französisch! Verliere ich meine Freunde? Meine Kontakte? Und … und … und …

Und ich freue mich total, sehe mich darin sitzen, mein Dingdong spielen (die vibedrum ist da und tut mir sooooo gut!), Tee trinken und dem Sonnenuntergang am Atlantik zuschauen.

Es ist ein Jahr des unendlichen Glücks, dieses 2018 und auch 2017 war schon so toll!

Eine Freundin von mir hadert mit dem älter werden: Körper muckst und piekt, Formen werden rundlicher, alles geht langsamer … und ich spüre immer mehr diese innere Freude und Gelassenheit: Ich muss nix mehr, weder beweisen noch entsprechen. Ich bin „nur“ noch und das ist so herrlich! Ich bin und darf mich verschenken. Wer mich nicht will, ist selber schuld (grins), ansonsten gebe ich und bin erstaunt, wie viel ich von überall her zurückbekomme! Ich bin so dankbar für diesen ganzen Prozess! Und ich liebe das Leben und sogar meine Zweifel und Ängste.

 

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