Wie im realen Leben

Ich habe ein Navi. Habe ja schon häufiger mal berichtet, dass der Umgang mit ihm schwierig ist. Mein Navi hat eine männliche Stimme und ist straßentechnisch nicht up to date. Inzwischen hat er Konkurrenz bekommen: Ich nutze mein handy. Mein handy hat eine weibliche Stimme, kennt auch die neusten Straßen und ist somit grundsätzlich effektiver als mein Navi.
Er nörgelt: Das Tempolimit beträgt … Stundenkilometer. Manchmal, in Ortschaften, nölt er zu Recht. Häufig aber ist er völlig veraltet. Ihr ist die gefahrene Geschwindigkeit wurscht, dafür führt sie mich auf schnellen, kurzen Wegen ans Ziel. Manchmal diskutiere ich mit ihm, aber … es ist zwecklos. Warum schreibe ich das?
Mich erinnert mein Navi an viele Begegnungen mit realen Männern: Sie haben veraltete Vorstellungen, wollen mir sagen, was ich wie zu machen hätte. Sie sehen nicht, dass ich bisher alles prima auf meine Art geschafft habe und/oder bekommen nicht mit, dass ich schon 2 Gedankengänge weiter bin.
Fazit: Neue Männer braucht das Land … und diskutieren ist häufig zwecklos. Aber wie kann ich den Krieg in mir, der sich im Äußeren spiegelt, beenden?

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Verstehen

Neulich habe ich mich mit einer älteren Portugiesen unterhalten. Wir sprachen darüber, dass manchmal ein Hund die bessere Companion ist, dass Familie auch Bande sein kann und dass Enkel etwas Wunderbares sind. Nun, sie sprach nur Portugiesisch und ich antwortete Deutsch-Englisch-Gemisch. Ich verstand nur einzelne Worte und ihre Gesten, sie sprach kein Englisch oder Deutsch.

Aber ist Kommunikation nicht immer genau das: Wir greifen einzelne Worte auf, meinen die Andere zu verstehen und antworten darauf? Ein indianisches Sprichwort sagt sinngemäß, man muss erst eine Weile in den Schuhen des Anderen gewandert sein, um ihn zu verstehen.

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Wie sehen deine Gespräche aus? Worauf antwortest du? Und wie viel Zeit nimmst du dir, deine Mitmenschen zu verstehen?

Fazit: Eigentlich läuft doch überall „nur“ mein Film. Ich will häufiger mal nachfragen, ob ich es richtig verstanden habe.

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Flucht

Portugal ist ein landwirtschaftlich reiches und üppiges Land. Durch die großen Flüsse und vielen Seen sind weite Bereiche grün und werden zu Feldern mit reicher Ernte genutzt. Tomaten erntet man vom Feld mit so einer Art Staubsauger, Wein wächst an den Hängen im Norden, auch Mandeln, Kirschen, Pfirsiche, Kürbisse, Süß- und andere Kartoffeln, Walnüsse und Korkeichen, die immer noch geerntet werden. Und doch sind mir, gerade im Norden, immer wieder die verhärmten Gesichter und grimmigen, unfreundlichen Blicke aufgefallen. 

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In einem Gespräch mit einer Portugiesin habe ich dazu erfahren, dass auch hier, wie in Italien, die Landflucht ein großes Thema ist. Ganze Dörfer stehen leer oder werden von nur wenigen alten Menschen bewohnt.

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Womit ich beim Thema wäre. Ich fliehe auch: Vor Langeweile in Bücher, vor Einsamkeit in DVDs, vor Unwissen in Putzen, vor Unsicherheit in hektische Betriebsamkeit …. auch in mir sind weite Bereiche „unbewohnt“, unbewusst. 

Fazit: Ich bleibe stehen. Ich fühle, ich bin und dann schaun wa mal!

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Das Einzige …

… was im Leben wirklich zählt, ist doch die Antwort auf die Frage: Bin ich glücklich? Und wirklich glücklich kann ich doch niemals auf Kosten anderer sein. Was wäre das also für eine Welt, in der jede, jeder aus sich selbst heraus wirklich glücklich ist????!!!
Und die Antwort auf diese Frage kann doch auch nur jede, jeder für sich selbst geben. Also, was macht dich wirklich vollkommen glücklich und zufrieden?
Meine Antwort heute: Hier Sein. Hier: Ich stehe an einem kleinen, sauberen Fluss in einem entzückenden, felsigen Tal.

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Gestern Abend hat es geregnet, die Luft ist sauber und klar. Trotzdem ist es so warm, dass ich in T-Shirt und kurzer Hose rumlaufen kann. Auf dem Stellplatz gibt es eine Dusche mit warmen Wasser, ein Klo und sogar die Möglichkeit, mein Geschirr abzuwaschen, sodass ich mein Wasser nur fürs Kochen benutze. Fridel kann frei auf dem Gelände rumlaufen und im Fluss schwimmen. Und wir haben dies alles hier momentan nur für uns! Der deutschsprachige Besitzer wohnt mit seiner Freundin oben im Haus und heute Abend kocht er sogar.
Fazit: Wirklich glücklich machen mich die einfachen Dinge: Warme Dusche, saubere Luft, Frieden, eine schöne Landschaft und eine glückliche Fridel.
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Mein Navi

Am Mittwoch hat mich mein Navi über Feldwege, an Maisfeldern vorbei und über eine Wiese auf den eingegebenen Stellplatz geführt, statt über die ausgeschilderte Straße durch den Ort. Warum? Keine Ahnung! Und es war voll peinlich so von hinten, quasi illegal, dahin zu kommen, wo alle standen, die natürlich über die Straße gefahren waren!!!!

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Ist das in meinem Leben ähnlich? Werde ich von hinten über Feldwege an meinen Ort geführt? Die Wiesen waren toll! Ich kenne das Gelände, weil ich da ja schon mit Fridel spazieren gegangen war … Es war ein schöner Umweg … aber warum?

Fazit: Manchmal verstehe ich das Leben überhaupt nicht! Und auch peinlich ist nicht schlimm, ich lebe noch! Und stand da, wo ich hin wollte.Ich freue mich über Kommentare (Dazu bitte die Seite durch Anklicken der Überschrift extra aufrufen!). 

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Ich bin anders

Donnerstag wurde die Asche meiner Mutter beerdigt. Ich war in Frieden und Stille, dachte an das schöne lange Leben, das sie hatte: Viele Reisen, finanziell gut versorgt, Haus, Garten, zeitweise Pferde, immer einen Hund. Sie ist 96 geworden, am Ende kein Leiden sondern ein Hinübergleiten.

Ich saß am Grab und spürte tiefe Zufriedenheit, Ruhe und Dankbarkeit, dass sie mich geboren hatte, dass ich mich an ihr reiben konnte und somit wachsen durfte und vor allem, dass ich sie am Ende verstehen konnte. Wir hatten letzten Oktober ein sehr tiefes Gespräch miteinander, in dem ich sie zu ihrem Leben befragte: Nach Kriegserlebnissen, Verlusten und Beziehungen. Sie war sehr wütend damals auf mich, weil ich sie so hartnäckig in die Erinnerungen schubste, die sie so erfolgreich verdrängt hatte. Aber heute bin ich sehr dankbar, denn danach konnte ich verstehen, wieso sie Nähe nicht zulassen konnte und diese diffuse Angst vor Nähe ausstrahlte, die auch mein Leben so sehr beeinflusst hatte. An all das erinnerte ich mich am Grab und war zutiefst dankbar!

Um mich herum fassungslose Trauer, verzweifeltes Weinen. Ich respektiere … und ich verstehe es nicht. Es war doch ein rundes Leben und wir alle gehen irgendwann … Ich bin anders, ich habe keine Tränen, spüre keine Trauer jetzt … ich bin nur zutiefst dankbar.

Fazit: Manchmal fühlt sich anders sein wie ich gehöre nicht dazu, bin draußen, an. Aber anders sein heißt nicht schlechter sein! Wenn es keine Brücke zueinander gibt, dann füllt Respekt den Raum. 

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Stille …

… Einkehr … sich nach Innen wenden … Heimat suchen … Wer bin ich? Was bin ich? Persona? Die Maske, mit der ich mit der Außenwelt in Kontakt stehe … angelernte Rollen … und dahinter?

Da ist so viel Liebe … so viel Verständnis … und so viel Angst vor Ablehnung, Verurteilung, nicht gehört … nicht verstanden werden.

Warum tun wir Menschen uns das an? Warum begegnen wir uns durch eine Maske und lassen die Angst größer sein als die Liebe? Warum bin ich nicht im Vertrauen? 

All die alten Wunden durften heilen und ich konnte lernen. Ihre Narben erinnern mich: Dahinter ist eigentlich Liebe, manchmal durch eigene Wunden und manchmal durch die Verletzungen der Anderen schrecklich verdrehte Liebe! Jesus: Werdet wie die Kinder, dann kommt ihr ins Himmelreich, vertraue-vertraue-vertraue! 

Fazit: Wissen – erfahren – und dann es leben … schwer!

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