eine Erklärung

Ich hab jetzt das 2. Mal meine Regelmäßigkeit bei diesen Blogbeiträgen unterbrochen. Es lag daran, dass die inneren Prozesse einfach zu stark waren:

  1. So etwas wie Regenzeit hatte im Campo eingesetzt. Es regnete wirklich an mehreren Tagen, alles war grau, dazu ein kalter Wind.
  2. Das erinnerte mich an Deutschland. Daran, dass ich wieder „heim“ musste, dabei gibt es ja gar kein Heim mehr.
  3. Lieb gewonnene Mitcamper fuhren ab in ihre Heimat.
  4. Plötzlich kam die Frage auf: Was will ich eigentlich wirklich-wirklich? Daddel ich hier eigentlich nur so rum und vertue meine Zeit?

Eine Antwort hab ich noch nicht wirklich gefunden, aber eine Erkenntnis.

Fazit: Wenn du noch nicht weißt, was du wirklich tun willst, mach das Bisherige weiter und tu es so gut wie möglich.

Und plötzlich ist die Magie des Reisens wieder da: Donnerstag kam im Restaurant zum Menue de dia eine zahnlose Alte an den Tisch und erzählte in schwer verständlichem Deutsch, dass sie vor vielen Jahren an der Frankfurter Oper gesungen hätte. Und heute gab`s zur Pizza echt italienische show. Alle waren happy, dass ich ein paar Brocken Italienisch von mir gab.

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Regen!

Zum ersten Mal, seit ich in Spanien bin, regnet es. So richtig! Wie in Deutschland, mit Trommeln auf das Autodach. Ich finde es gemütlich und kuschelig, aber neue Gäste, die erst vor 2 Tagen gekommen sind, fühlen sich gestresst und genervt. Verständlich! Wenn von 3 Wochen Urlaub in der Sonne, 1 Woche eher kühl und bedeckt und sogar verregnet ist …  Ich bin gespannt, wie sich die Natur in den nächsten Tagen verändert, denn die Pflanzen freuen sich. Ob dann die sandigen Böden erblühen?

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Und langsam wird es Zeit, Abschied zu nehmen. Viele Mobilisten sind schon heimgefahren oder sie befinden sich auf dem Weg in Richtung ihrer Heimatländer. Und so werde auch ich mich demnächst wieder auf die Straße begeben: Mit einem weinenden Auge (Abschied vom Campo, der Sonne, dem preiswerten Leben) und einem lachenden Auge (Freunde wiedersehen, Heimat, meine Blumenwiese).

 Fazit: Alles ist ein Frage der Perspektive! Und die absolute Wahrheit …?

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Momentan ist Stillstand

Gerade war noch Carnevale mit üppigem Umzug und dem Kampf zwischen Don Carnevale und Frau Fastenzeit. Dazu bewirft man sich mit ausgepusteten Eiern, die mit Konfetti gefüllt sind. Am Schluss einigen sich beide und Donna Musa kommt auf die Bühne. Und die bombastischen Umzüge beginnen.

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Und nun ist Stillstand in mir. Kennt ihr das auch? Eine zitternde (Un)Ruhe, nicht wissend ob ja oder nein und vor allem wohin?

Zum ersten Mal bleibe ich wach stehen, fühle, sehe, erkenne und lass es sein. Ich weiß, es wird sich etwas zeigen! Und alles auf dem Weg dahin ist gut.

Fazit: JA! Es ist! Ohne Bewertung, ohne es muss anders sein, ohne Kontrolle, einfach JA.

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Stille in der Fülle

Der Süden Andalusiens ist üppig: Satte, grüne Natur, saftige Weiden, Kühe und Bäche voller Wasser. Alles wächst, gedeiht und strahlt Fülle aus. An der Küste fuhr ich von Mandarinen- über Avocado- bis hin zu Olivenanbaugebieten. Im Hinterland sind riesige Olivenhaine und Mandelwälder.

Und ich bin wieder gewandert. An einem Bachlauf entlang, über „Hügel“ bis zu einem Dorf am Berg: Zahara de la Sierra.

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Auf dem Weg: Wilde Orchideen, Schmetterlinge (Bläuling, Perlmutterfalter und einen wunderschönen orange-gelben), Vogelgezwitscher und Gänsegeier!

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Fazit: Im Kontakt mit der Natur bin ich ganz bei mir. Sie ist meine Kirche.

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weiter … Innen und Außen

Ich habe das Camperparadies verlassen und bin weiter gezogen: Weitgehend die wundervolle Küstenstraße entlang von Aquilas bis nach Malaga, herrliche Buchten, gigantische Ausblicke, teilweise zauberhafte Städte, umwerfende Farben (Türkies-Aquamarin, Zinnoberrot und Weiß).

Und ich war wandern, meine wahre Kirche.

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Dabei hatte ich Abstand, meine Kontakte zu betrachten.

Ich habe erkannt, dass ich oft sehr objekthaft Beziehungen gestalte: Ich fühle mich einsam … ich langweile mich … ich brauche Informationen … ich will gefallen … so gehe ich häufig auf Menschen zu und nur sehr selten ist wirklich der andere Mensch im Mittelpunkt. Wie ist das bei dir? Wann und warum gehst du auf andere Menschen zu?

Ich wünsche mir, immer häufiger mein Herz zu öffnen und andere Menschen ohne Urteile in mein Herz zu lassen. Und vielleicht könnte dazu auch mein Verstand schweigen.

Fazit: Lebe deinen Traum und geh tiefer.

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gefährliches Spanien

Zwar sind hier alle Wohnanlagen mit Wachdiensten, Hunden und Videoanlagen geschützt, aber das meine ich nicht. Ich meine das gefährliche „manana es otro dia“ (gesprochen: manjana), morgen ist auch noch ein Tag. Es ist so schön hier, ich wandere, ich sitze in der Sonne, ich quatsche mit Leuten, ich lese … aber eigentlich wollte ich … ach, das kann ich ja auch noch morgen machen! Und wieder ist ein Tag rum … und schwupp eine ganze Woche … und nun stehe ich schon über 3 Wochen hier … gefährliches manana. Gut, ich habe Wäsche gewaschen, mein Auto geputzt, Staub gewischt …, aber mit zunehmendem manana brauche ich mehr Willen zur Durchführung! Es ist ein Gefühl von: Das innere Betriebssystem versandet zunehmend!!!

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Fazit: Lebe deinen Traum und erhalte dir ein Stück Disziplin.

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Tipps und Ideen für Aussteiger

Erst einmal sorry für die Verspätung, aber auch im Paradies kann der Schnööf zuschlagen: Mich plagt ein festsitzender Husten.

Heute ein paar Ideen, wie sich Aussteiger hier einen Unterhalt erschaffen:

  • Stellplatz betreiben: In der Anlegung eine schwierige Angelegenheit, zu der viel Hartnäckigkeit, Durchhaltevermögen und Ideenreichtum gehören. Die hiesigen Behörden haben 1000 Sonderregelungen, um ihre Macht zu demonstrieren, und notfalls erfinden sie noch ein paar neue. In der Betreibung kommen dann die Probleme mit den WoMobilisten. Einige mögen sich nicht an Regeln halten und die netten muss man dann wieder ziehen lassen. Kurzzeitbindungen sind nicht jedermanns Sache.
  • der Caravan-Doktor: Ein Mechaniker, der sich auf die beim WoMo auftretenden Probleme spezialisiert hat. Er gibt über fb seinen Standort bekannt und hat viele Ersatzteile an Bord.
  • Nähmaschine: Eine hat sich auf Polster spezialisiert, eine andere verkauft Taschen, Decken, Röcke.
  • Nippes: Eine Engländerin verkaufte handgestrickte Babypuppen, eine Schweizerin ihre Bilder.
  • Fußpflege: Sehr beliebt! Hier auf dem Campo kam eine vorbei und sie war wirklich den ganzen Tag ausgebucht.
  • Massage: Neulich hab ich eine gegen Tausch bekommen, aber ansonsten fehlt so was total. Sie/er könnte über fb ihren/seinen Stellplatz angeben, ich würde extra dahin fahren!

Fazit: Lebe deinen Traum und habe Ideen!

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