Der Magdalenen Weg

Vorgestern also mein erstes Ziel bei dieser Überwinterung. Ich musste ca. 30km über kleine Straßen und Sträßchen ins Landesinnere, angegebene Fahrzeit 1Std. und 20min. Hab´ ich locker überboten. Kurviges bergauf, bergab, mit und ohne Gegenverkehr, mit und ohne Mittellinie, mit und ohne Leitplanken und durch verwinkelte Dörfchen, an Bächen entlang, über tiefe Schluchten. Das Wetter dazu: Endlich ein Stückchen blauer Himmel und gigantische Fernsicht! Es war eine anstrengende, aber lohnenswerte Fahrt. 

Dann in Rennes-de-Chateau also die erste Begegnung mit Maria Magdalena … und ich war tief enttäuscht. Wieder so eine sanfte, milde Heilige, wie die katholische Kirche und die bevorzugten, männlichen Künstler uns Frauen sehen wollen. 

Dabei, wer war Maria Magdalena? Als Hure in der damaligen Gesellschaft bestimmt verachtet hat sie ihr ganzes Leben hingeschmissen, um Jesus und seinen Lehren zu folgen. Sie hat ihn geliebt, hat seinen Tod begleitet und schließlich ist sie quer über´s Mittelmeer nach Frankreich gesegelt, um die Lehre zu verbreiten. In einem der damaligen Schiffe, zu damaligen Reisebedingungen, als Frau, vielleicht sogar allein!!!! 

Das kann sie nicht als zarte, liebliche Heilige erledigt haben! Ihr Gesicht muss das Leid und die Entbehrungen widerspiegeln! Man muss das Leben in ihr sehen können. So eine glatte Fassade berührt mich da nicht! 

Hab den Weg nicht weiter verfolgt, bin ähnliche Straßen wieder zurück auf die N116, hab am Naturpark übernachtet und dann einen Tag Pause auf einem nahen Wanderparkplatz gemacht.  

 

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