Inneres Reisen

Das Leben in seiner Fülle und Vielfalt zu genießen, ist manchmal in Konkurrenz zur Zurückgezogenheit des Schreibens. So war ich viel im Außen, im Genuss, in Sonne, Wärme und gutem Essen. Und ich habe ein wundervolles Seminar bei Ulrike Dietmann beendet: Bedingungslose Liebe. Das hat mich in meine Liebe zu mir geführt und je tiefer ich bei mir landete, desto stärker wurden die Schatten, sah ich im Außen meine ungeliebten Anteile gespiegelt. Es ist schwer, in die Fratze der Verachtung zu schauen und darin meinen Schatten zu lieben! Aber ich sah den Neid und spürte den Mangel und konnte dafür mein Herz öffnen. Und im Mobbing erkannte ich die Angst, die eigene Abwertung, und auch dafür floss mein Mitgefühl.
Ich liebe mich gesund! Ich liebe mich heil und ganz!
Auch dafür ist das Reisen gut, es zerrt mich aus den gewohnten Bahnen und öffnet den Weg für neue Möglichkeiten.


Am 21.12. habe ich bewusst den Abschied des Lichtes zelebriert, den Sonnenuntergang erlebt. Und am 25.12. genoss ich die Wiederkehr der Sonne, habe den Sonnenaufgang beobachtet. Ich bin gerade sehr berührt, wie intensiv die Natur meine eigene Entwicklung widerspiegelt, wie stark ich meine Empfindungen in ihrem Wandel erkenne.

Luxus

Nach 10 Tagen Luxus mit Pool und Bistro auf dem Platz bin ich jetzt ein bisschen nostalgisch an einen „alten“ Platz zurückgekehrt: Ich stehe in Calnegre bei Juan, wo ich vor 6 Jahren mein erstes Weihnachten als Camperin erlebt habe. Und ich war essen in der Bar, die als Hintergrund für Ellas ersten Befreiungsschlag gegen Jürgen in -abgefahren- diente.
Das Essen ist immer noch lecker, man sitzt immer noch in der ersten Reihe direkt am Meeresufer und die Katzen lauern immer noch an den Tischen, um herabfallende Leckereien zu ergattern. Und wieder gab es einen bombastischen Sonnenuntergang! Es ist ein bisschen so, als hätte sich so rein gar nichts verändert.
Aber … es gibt jetzt nebenan einen riesigen Camperpark und ich bin so viel souveräner und lockerer mit alleinreisenden und in pärchenverbund lebenden Männern, dass sie mir eher respektvoll und höflich begegnen. Und ich habe in der Zwischenzeit so viel gelernt, dass ich nun alleinfahrenden Frauen Hilfe und Vorbild bin.
Grad war Juan zum Kassieren da. Aus dem damaligen Hänfling ist ein stattlicher Mann geworden. Und auch der neue Camperpark gehört ihm! Das Leben ist steter Wandel …

Es gibt kein schöneres Geräusch …

Mein persönlicher Feiertag

Am 17.11. feiere ich meine Freiheit. Dieses Mal habe ich mir eine Tappasbar gegönnt. Ich bekam den Tipp dazu von einem Ehepaar auf dem Platz.
Glücklicherweise kam ich rechtzeitig um 13h dort an, denn schon nach knappen 30min war die Bar restlos voll, es gab keinen freien Stuhl mehr. Der Sohn, der sehr gut Englisch sprach, empfahl mir eine spezielles Sortiment, das er für mich zusammenstellen würde. Hab ich gern angenommen.
Es war sowas von lecker!!!!
Zu Beginn 4 verschiedene Tortillas, mit Zwiebeln, Erbsen, Pilzen oder Kartoffeln. Dann gab es den Murcia-Salat mit geräuchertem Thunfisch, Oliven und Tomaten. Weiter verwöhnte er mich mit 4 Tostadas: Mit Tomate und Fisch, Mangold und Sardelle, Ei und Peperoni und Tomaten mit Ei. Anschließend servierte er Croquettas mit Käse und ein Tortenstück mit Erbsen und Möhren. Schließlich gab es noch die dicken Bohnen mit Chorizzo und Artischocken mit Schinkenstreifen. Ich war pappsatt und froh, dass ich 3,5km wieder zurücklaufen musste. Aber es war auch dermaßen lecker!!!! Gern bald wieder!

Falls ihr mal nach Totana kommt, die Bar heißt Tasca Pacuco und hat nur Fr, Sa, So geöffnet, aber locker ******* verdient!

Zufall?

Am Samstag gab es in Totana ein Rattenrennen. Ratten nennt man die Oldtimer, an deren Karosserie wenig gemacht wurde, die aber im Innenleben einen hochwertigen, starken Motor haben. 

In meinen neusten Roman, an dem ich gerade schreibe, baut Jens, die Hauptfigur, zusammen mit einem Freund an einer VW-Ratte, die sie dann sehr gewinnbringend verkaufen werden. 

In Totana hatten die wenigsten Oldtimer einen potenten Motor. Sie schlichen nur lautstark durch die Straßen. In meinem Roman werden die Beiden einen Porschemotor einsetzen. Das ist der Traum aller Rattenfans! 

Wer an ein spanischen Tierheim spenden möchte, hier eine Emailadresse für paypal. Das Heim liegt etwas außerhalb von Valencia, abseits vom Überschwemmungsgebiet und ist dankbar für jede Unterstützung.

Sie haben an PROTECTORA MODEPRAN gespendet

info@protectoramodepran.com

solidaridad

Diese gigantische Welle der Hilfsbereitschaft, die die Unwetter und die Überschwemmungen von Valencia und Malaga ausgelöst haben, ist einfach unbeschreiblich. Überall gibt es über die Caritas Sammelstellen und täglich karren riesige Lastwagen die Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete. Am Samstag und Sonntag waren ganze Heerscharen von Helfern unterwegs, um den Schlamm und die Trümmer von den Straßen zu räumen. Viele Strecken sind schon wieder befahrbar!
Ich staune und bin zu Tränen gerührt.
Gerade war Willi aus Köln, der seit 10 Jahren in Totana lebt, hier und hat meinen Beitrag (Hundefutter, Windeln, Feuchttücher, Linsen und Kichererbsen) abgeholt, damit auch das noch auf die Paletten geladen werden kann. Morgen früh um 7h verlässt der Laster die Stadt, um die Hilfsgüter nach Valencia zu bringen. Willi wird mir auch eine Verbindung zu einem betroffenen Tierheim herstellen, so dass ich etwas Geld spenden kann. Ich werde die Daten hier veröffentlichen.

Dana und kein Ende?

Momentan wird meine Wahrnehmung etwas durch das Unwetter über Valencia und seine Folgen getrübt. Als ich am Freitag Morgen die Folgen der Regennacht in Tarragona sah, war mein Wunsch, dieses Unwetter weit zu umfahren riesengroß. Laut Wetterkarte waren für die nächsten 8 Tage starke Regenfälle angesagt und so schaute ich, wo schneller wieder die Sonne scheinen würde. Dichtester Ort war Totana, 500km entfernt! Nun gut, so machten wir uns auf den Gewaltritt, passierten Castellon, wo die Sonne schien, ebenso Valencia, und beide Male fragte ich mich, wieso noch weiterfahren? Aber ich hatte Angel zugesagt und wollte ihn nicht enttäuschen. Außerdem war ich mit einer WoMofahrerin dort verabredet. Also weiter! Endlich angekommen, war ich enttäuscht, denn von der Sonne keine Spur.


Wie die Unwetter vielleicht aussehen, haben wir dann in den ersten Nächten erlebt. Gigantische Blitze zuckten fast ohne Unterbrechung über den Himmel. Dazu ließen die Vibrationen der Donner Gipsy, meinen Van, erzittern. Hin und wieder klatschten kurze Regengüsse auf das Dach. Fridel saß zitternd in ihrem Körbchen und ich dachte an den Sonnenschein an der Küste.
Erst langsam sickerten dann die Informationen über das Ausmaß der Zerstörung zu mir durch und ich danke meinem Schutzengel, dass er mich hierher getrieben hat. Seit Mittwoch herrscht hier wieder sonniges, warmes Wetter!


Laut spanischer Vorhersage ist noch kein Ende dieser Danas (so heißen hier diese Unwetter) in Sicht. Nächste Gefahrenpunkte sind großräumig um Tarragona und an der Grenze zu Portugal. Das betroffene Küstengebiet muss weiträumig umfahren werden, denn die A7, auf der ich herfuhr, ist streckenweise total unterspült und eingebrochen.

Was heißt Hackenporsche auf Spanisch???

Der Stellplatz von Totana liegt 3,5km vom Stadtzentrum, Markt am Mittwoch, und 3km von der nächsten Einkaufsmöglichkeit. Hin gar kein Problem … aber zurück? Mit voller Tasche? Hier nutzen fast alle Frauen einen Hackenporsche, also heute auf zum Chinesen. Außerdem braucht Fridel eine neue Leine.
Hin gar kein Problem, Fridel wartet draußen, Leine für sie gefunden, noch bei den Bikinis gestöbert aber dann … Was heißt Hackenporsche auf Spanisch?
Natürlich nicht zu finden. Also Pantomime: Fröhlich mit dem Einkaufswagen Richtung nach Hause, dann keuchen und stöhnen unter der Last der Tüten und Taschen … und wurde sofort verstanden. Das Paradies: Ca 5m dicht aufgereiht die Teile, in bunt, in schön, mit großen Rädern. Und meins: rot, mit weißen Punkten und Weißwandreifen! Total 50er Jahre!!!! Und was kostet das Luxusteil?
Überraschung an der Kasse: 11,65€, dazu die rote Leine für Frida für 3,50€ und ein passendes Halsband für 1,50€.
2 glückliche Mädchen machen auf dem Heimweg noch Stopp in der Lola-Bar und ich nasche herrliche Tapas! Der Kellner konnte sich noch an mich erinnern …

 … und auch der Esel. Er schnupperte sofort an meinen Fingern nach der Möhre!

Heute Land unter …

Es hat die ganze Nacht gewittert und teilweise gegossen. Um diesen Platz zu verlassen, müssen die WoMos ein Stück Sandpiste mit tiefen Löchern befahren. Ich vermute, dass der Regen dies Stück in tiefen Schlamm verwandelt hat. Sobald es hell ist, mache ich mit Fridel die Runde und schaue …

Gestern seit langen mal wieder im Mittelmeer gebadet. Es war herrlich mild und sanft. Dabei hatte ich meine Abneigung, durch die vielen ertrunkenen Flüchtlinge erschien es mir wie ein riesiges Grab, völlig vergessen. Fridels Sehkraft ist gleich Null, denn sie konnte den Schwimmer, wenn er nur ca. 40cm neben ihr landete, nicht orten. So musste ich rein und ihn holen.
Aber Fridel ist glücklich mit dem Baden!

Ein bisschen fremdeln …


Jetzt war ich einen Winter nicht unterwegs und bin erschrocken, wie viele spanische Wohnmobile unterwegs sind. Dies ist jetzt schon der 2. Stellplatz, der eigentlich voll war, als sich dieser Mobilist noch in den Zwischenraum für Stühle und Tisch quetschte! Das passt für mich so gar nicht zu Freiheit und Frieden der Hippies! Bin gespannt, ob der so echt den ganzen Tag stehen bleiben will.


Auf dem Markt habe ich mir 2 BHs gekauft und da es die letzten in ihrer Auswahl waren, bekam ich sie je einen Euro preiswerter! Ohne Handeln, einfach so.
In der Bar musste ich dagegen für einen Cortado und einen Toast 4,80€ bezahlen. Als ich die Minitomate monierte, weil sie faulig war, verzog der Wirt verächtlich seinen Mund. Echt merkwürdig … Aber wie immer im Leben, Spanien ist eben so, wie ich es betrachte. Ich will das Positive sehen: Auf dem Stellplatz begrüßte mich derselbe Schmuckhersteller, bei dem ich vor 2 Jahren Ohrringe gekauft habe! Dann die Marktfrau, das schöne Wetter … und der Reinquetscher parkte am nächsten Morgen um.

Bienvenido a Espana

Seit gestern Vormittag bin ich wieder in Spanien!!! Es hat mich dieses Mal mit Nieselregen und Kuhgeläut empfangen. Ich hatte wohl ein Händchen für kleine, enge, schlängelnde Straßen über die Pyrenäen. Und so ging es wieder bergauf … bergab bis Frida streikte und vom Sitz springen wollte. Also Pause und das Geläut. 

Nach weiterem hoch, über 1800m, und wieder runter, in engen Kurven endlich in Ripoll angekommen und … hier war ich schon! Gegenüber vom Stellplatz Mercadona und so habe ich in den Abteilungen für Obst, Gemüse und Kosmetik geschwelgt. Wie wunderbar! So sauber, frisch und schmackhaft. Wieso schaffen wir das nicht in Deutschland? Keine Schlange an der Kasse: Als ich mich als 2. anstellen wollte, winkte mich sofort ein Angestellter herüber und öffnete eine neue Kasse. So viel Kundenfreundlichkeit!