Jetzt war ich einen Winter nicht unterwegs und bin erschrocken, wie viele spanische Wohnmobile unterwegs sind. Dies ist jetzt schon der 2. Stellplatz, der eigentlich voll war, als sich dieser Mobilist noch in den Zwischenraum für Stühle und Tisch quetschte! Das passt für mich so gar nicht zu Freiheit und Frieden der Hippies! Bin gespannt, ob der so echt den ganzen Tag stehen bleiben will.
Auf dem Markt habe ich mir 2 BHs gekauft und da es die letzten in ihrer Auswahl waren, bekam ich sie je einen Euro preiswerter! Ohne Handeln, einfach so. In der Bar musste ich dagegen für einen Cortado und einen Toast 4,80€ bezahlen. Als ich die Minitomate monierte, weil sie faulig war, verzog der Wirt verächtlich seinen Mund. Echt merkwürdig … Aber wie immer im Leben, Spanien ist eben so, wie ich es betrachte. Ich will das Positive sehen: Auf dem Stellplatz begrüßte mich derselbe Schmuckhersteller, bei dem ich vor 2 Jahren Ohrringe gekauft habe! Dann die Marktfrau, das schöne Wetter … und der Reinquetscher parkte am nächsten Morgen um.
Seit gestern Vormittag bin ich wieder in Spanien!!! Es hat mich dieses Mal mit Nieselregen und Kuhgeläut empfangen. Ich hatte wohl ein Händchen für kleine, enge, schlängelnde Straßen über die Pyrenäen. Und so ging es wieder bergauf … bergab bis Frida streikte und vom Sitz springen wollte. Also Pause und das Geläut.
Nach weiterem hoch, über 1800m, und wieder runter, in engen Kurven endlich in Ripoll angekommen und … hier war ich schon! Gegenüber vom Stellplatz Mercadona und so habe ich in den Abteilungen für Obst, Gemüse und Kosmetik geschwelgt. Wie wunderbar! So sauber, frisch und schmackhaft. Wieso schaffen wir das nicht in Deutschland? Keine Schlange an der Kasse: Als ich mich als 2. anstellen wollte, winkte mich sofort ein Angestellter herüber und öffnete eine neue Kasse. So viel Kundenfreundlichkeit!
Vorgestern also mein erstes Ziel bei dieser Überwinterung. Ich musste ca. 30km über kleine Straßen und Sträßchen ins Landesinnere, angegebene Fahrzeit 1Std. und 20min. Hab´ ich locker überboten. Kurviges bergauf, bergab, mit und ohne Gegenverkehr, mit und ohne Mittellinie, mit und ohne Leitplanken und durch verwinkelte Dörfchen, an Bächen entlang, über tiefe Schluchten. Das Wetter dazu: Endlich ein Stückchen blauer Himmel und gigantische Fernsicht! Es war eine anstrengende, aber lohnenswerte Fahrt.
Dann in Rennes-de-Chateau also die erste Begegnung mit Maria Magdalena … und ich war tief enttäuscht. Wieder so eine sanfte, milde Heilige, wie die katholische Kirche und die bevorzugten, männlichen Künstler uns Frauen sehen wollen.
Dabei, wer war Maria Magdalena? Als Hure in der damaligen Gesellschaft bestimmt verachtet hat sie ihr ganzes Leben hingeschmissen, um Jesus und seinen Lehren zu folgen. Sie hat ihn geliebt, hat seinen Tod begleitet und schließlich ist sie quer über´s Mittelmeer nach Frankreich gesegelt, um die Lehre zu verbreiten. In einem der damaligen Schiffe, zu damaligen Reisebedingungen, als Frau, vielleicht sogar allein!!!!
Das kann sie nicht als zarte, liebliche Heilige erledigt haben! Ihr Gesicht muss das Leid und die Entbehrungen widerspiegeln! Man muss das Leben in ihr sehen können. So eine glatte Fassade berührt mich da nicht!
Hab den Weg nicht weiter verfolgt, bin ähnliche Straßen wieder zurück auf die N116, hab am Naturpark übernachtet und dann einen Tag Pause auf einem nahen Wanderparkplatz gemacht.
Gestern bin ich durch so viel imposante Gegend gefahren, dass ich mich gefragt habe, warum eigentlich Spanien. Spontan fiel mir ein: Echt viel zu teuer. Die täglichen Ausgaben sind hier sogar höher als in Deutschland: Diesel für 1,60€ ist wirklich ein Schnäppchen, ein paar notwendige Kleinigkeiten bei Aldi teurer als bei uns und auch Gas kostet mehr. Dagegen war Spanien bisher immer bedeutend preiswerter! Ich frage mich, wie die Franzosen das wuppen, denn immer noch sehe ich mittags Menschen in den Restaurants und das menue de jour hab ich hier nirgends unter 15€ gesehen. Aber vielleicht denke ich da auch zu eng und sollte mal eine Überwinterung in Frankreich in Betracht ziehen, denn die vielen Stellplätze an schönen Orten sind wirklich klasse!
Heute war es diesig, feucht und nebelig. Teilweise konnte ich nur wenige Meter neben dem Straßenrand erschauen. Dabei fuhren wir durch die südliche Auvergne und das nördliche Okzitanien, Anbaugebiete des Languedoc, Obst und Gemüse. Da ich vor ca 4 Jahren das letzte Mal in dieser Gegend war, schaute ich nach Veränderungen. Und tatsächlich, es gibt sehr viel mehr Mcdoof-Zweigstellen, die schöne Französin hat sehr viel häufiger unschöne Ausbuchtungen (beides sehe ich in einem klaren Zusammenhang) und die vielen weißen Stühle mit den Warnwesten sind verschwunden. Hier saßen damals Schönheiten aus allen 3 Geschlechtern. Wo sind sie hin? Verboten? Zu kalt? Für letzteres sprechen die vielen weißen Vans und Minicamper auf den Parkplätzen und Einfahrten. Haben aber keine Warnwesten, also eine Fehlinterpretation?
Nach vielem Gegurke und schleichen durch extreme Engpässe auf einem Stellplatz nahe Montpellier gelandet. Wundervolle alte Häuser mit vom Wetter gezeichneten Fensterläden. Genau mein Geschmack!
Und Fridel? Hat mir heute 2x die rote Karte gezeigt. Bin so viel Rebell gar nicht von ihr gewohnt. Wird sie jetzt eine schrullige Alte?
Mit jedem Stop fällt eine warme Klamotte. Momentan, 19h, sitze ich in halblangen Leggings und Trägertop und schreibe. Wir haben einen himmlischen Stellplatz auf einem Bauernhof gefunden, der keine !!! Standgebühren nimmt. Einfach so, freies Stehen. Direkt an der Rhoné, auch die extrem voll, mit einem langgestreckten Wäldchen zum Spazierengehen.
Heute das erste Mal das kleine Klima angemacht, kaltes Gebläse, da Fridel ihr Fell nicht so schnell abwerfen kann wie ich meine Kleidung. Und durch abgeerntete Lavendelfelder gefahren! Ich bin so glücklich!
Morgen hat meine Kleine Geburtstag, dann wird sie 12 Jahre. Jetzt liegt sie wach neben mir und lauscht auf die fremden Geräusche. Das Leben ist so ein Geschenk!
Am Morgen wachte ich auf und mir war klar, heute ist Entsorgung der Toilette, vielleicht neues Wasser tanken und Dieselfassen angesagt. Und dann verkümmerte beim Frühstück auch noch das Gas. Also nur lauwarmen Kaffee und zusätzlich Gas tanken. Das hatte ich seit dem Einbau des Gastanks noch nicht gemacht!
Gut, der Reihe nach: Ver- und Entsorgung ist bei dem Stellplatz in Montbeliard um die Ecke, fürs Tanken gibt`s die Blitzpreisapp und Gas? LPG-App. Also los.
An der Zufahrt zur Entsorgungsstation war ein Gesperrt-Schild. Nun, das kenne ich schon von anderen Frankreichfahrten, gesperrt ist relativ. Also fuhr ich am Schild vorbei und richtig, ich kam an die Station und entleerte mein Klo. Der Wassertank zeigte noch genügend Flüssigkeit an, 1. Punkt der Liste erfüllt.
Zum preiswerten Tanken ging es quer durch die Stadt, nur um dann zu erfahren, dass Diesel alle. Sch…
Zurück, wieder durch die ganze Stadt, zur nächst günstigen Tanke bei Intermarche für 1,60€ der Liter Diesel. Na gut. Und Gas? Die LPG-App lädt … nebenbei bemerkt, mein Internetzugang durch meinen Router hat sich bisher nicht bewährt! Auch doof, dabei hatte ich extra einen großen Vertrag abgeschlossen …
Endlich fertig, Gastanken möglich in ca. 30km. Also los, ist sowieso meine Richtung.
Endlich in Baume-les-Dames bin ich 2x an Super U vorbeigefahren, denn ich sah nur die Flaschen und keinen Möglichkeit zu tanken. Schließlich hielt ich an, ging die Flaschen ab, sah eine Leitung … und entdeckte die Säule. Ein netter Franzose erklärte mir die Technik und verschwand. Und ich? Kriegte es nicht gebacken. Es floß einfach kein Gas! Zu blöd zum Tanken? Schließlich informierte mich eine freundliche Frau, dass ich bei Super U im Laden Hilfe bekommen würde. Also rein, doch auch die Angestellte konnte es nicht besser als ich. Schließlich kam der Mann von der Wagenwäsche, betankte meine Alu-Flaschen und ich war glücklich! Wieder was gelernt: Ich muss den grünen Knopf die ganze Zeit drücken.
Dann konnte ich endlich meine Lieblingsstrecke entlang der Doubt genießen! Sie spielt in befreit eine große Rolle! Heute führte sie enorm viel Wasser, der Regen der letzten Tage wird zum Meer transportiert.
Gegen späten Nachmittag dann in Dole angekommen. Eine der schönsten kostenlosen Stellplätze auf dem Weg! Heute mit deutlich Hochwasser.
Am Dienstag hatte ich wohl die anstrengendste Fahrt meines Lebens! Zwischen Hof und Karlsruhe, ca 200km, auf der A6 ein Lastwagen-Dauerstau auf der rechten Spur. Sobald ein Abschnitt 3-spurig wurde, standen sie auf den beiden rechten Spuren. Ich musste total konzentriert fahren, da immer wieder PKW aus den Lücken preschten, verrückte Drängler hinter mir schubsten und die LKW-Fahrer wie bei einer Pause zwischen ihren Brummis herumliefen. Einige legten sogar offiziell eine Ruhephase auf der Standspur ein. So etwas habe ich noch nicht erlebt! Als Belohnung fand ich dann einen einsamen Parkplatz neben der Kirche auf dem Michaelsberg. Eine herrliche Rundumsicht und ein gigantischer Sonnenuntergang!
Am nächsten Tag ging´s weiter grobe Richtung Frankreich. Wieder eine Irrsinnsfahrt auf einer vollen Autobahn mit Rasern und Dränglern. Wieso ist das bei uns so? Was haben die Menschen Angst zu verpassen, wenn sie sich Zeit für den Genuss nehmen? Dann hinter der Grenze schlagartig anders! Alle fuhren gemütlich im Bereich zwischen 110km/h und 130km/h und plötzlich konnte ich wieder die Natur wahrnehmen. Ich sah Milane und einen Bussard!
Gegen Nachmittag Ankunft in Montbeliard. Hab´ einen schönen Stellplatz am Jachthafen gefunden und bin gemütlich mit Fridel durch die Parkanlagen gelaufen. Überall stehen Papierkörbe mit Tüten innen, so dass die Entsorgung der Hundebeutel kein Problem ist. Alles ist picobello sauber und gepflegt. Wieso ist selbst das Aufstellen von öffentlichen Mülleimern bei uns so ein Problem?
Dann eine stürmische und sichere Nacht verbracht. Heute ist Fahrpause! Stadt angucken und duschen.
Der Lichtblick im verregneten Sachsen kam am Samstag Nachmittag: Sechs Frauen legen und gestalten gemeinsam ein Despacho. Ein Despacho ist ein Objekt der Dankbarkeit, dieses Ritual stammt aus den Anden.
So schön vorbereitet!
Wir legen von innen
nach außen
mit unserem Dank
und Segenswünschen.
Zum Schluss schnürte Solveig aus unserem Bild ein Päckchen, das wir gemeinsam dem Feuer und somit einer höheren Existenz übergaben.
Das war ein wundervoller Abschluss für mein so segensreiches Jahr!